Voraussetzungen und erforderliche Unterlagen für die Registrierung als

förderungswürdiger Unternehmensberater/in

Unternehmensberatung wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nach bestimmten Kriterien gefördert.

Lesen Sie hier, welche Anforderungen ein Unternehmensberater/in erfüllen muss, damit seine Beratungen gefördert werden

und wie hoch die Förderzuschüsse jeweils sind.

Wichtiger Hinweis zum Qualitätsnachweis für die Beraterregistrierung: Die Vorlage eines (teuren) DIN-Zertifikates ist für eine Beraterregistrierung nicht notwendig. Die Vorlagen zur Erstellung eines Qualitätsmanagement-Handbuchs können hier angefordert werden.

Zweck der Beratungsförderung

Durch die Inanspruchnahme einer externen Beratung sollen die Erfolgsaussichten, die Leistungs-und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Beschäftigungs-und Anpassungsfähigkeit von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) erhöht oder wieder hergestellt werden sowie Arbeitsplätze und der Bestand des mittelständischen Unternehmertums gesichert werden.

Welche Unternehmen können gefördert werden

Neu gegründete, junge Unternehmen innerhalb der ersten zwei Jahre nach Gründung (Jungunternehmen).

Bestehende Unternehmen ab dem 3. Jahr nach Gründung (Bestandsunternehmen).

Unternehmen in Schwierigkeiten (siehe folgende Info). Als Gründungsdatum zählt bei Gewerbebetrieben der Tag der Gewerbeanmeldung bzw. des Handelsregistereintrags, bei Freiberuflern die Anmeldung beim Finanzamt.

Bei Betriebsübernahmen gilt der Übernahmetag und bei Beteiligungen der Tag der tätigen Beteiligung als Gründungsdatum.

Beratung von Unternehmen in Schwierigkeiten

Unternehmen in Schwierigkeiten erhalten unabhängig von ihrem Unternehmensalter eine Förderung für
• eine Unternehmenssicherungsberatung zur Wiederherstellung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit in einer wirtschaftlich schwierigen Situation
• Folgeberatung zur Vertiefung der aus der Unternehmenssicherungsberatung gewonnenen Erkenntnisse zur Wiederherstellung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung.

Hierzu sind die Voraussetzungen für staatliche Beihilfen zur Rettung und Umstrukturierung nichtfinanzieller Unternehmen in Schwierigkeiten in der jeweils aktuellen Fassung zu erfüllen.

Welche Anforderungen muss ein förderungsfähiger Berater erfüllen?

Es können nur Beratungen gefördert werden, die von selbstständigen Beraterinnen oder Beratern oder Beratungsunternehmen durchgeführt werden, deren überwiegender Geschäftszweck auf die entgeltliche Unternehmensberatung (mehr als 50 % des Gesamtumsatzes) gerichtet ist. In begründeten Fällen kann die Bewilligungsbehörde hierzu eine Ausnahmegenehmigung erteilen.

Des Weiteren müssen die Beraterinnen oder Berater die erforderlichen Fähigkeiten nachweisen (anerkannte Ausbildung), die notwendige Zuverlässigkeit besitzen sowie über ein geeignetes Qualitätssicherungsinstrument verfügen (siehe nächste Info).
Eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, insbesondere die Gewähr für eine richtlinienkonforme Durchführung der Beratung, ist Grundvoraussetzung.

Zum Nachweis der genannten Punkte sind der Bewilligungsbehörde eine Aufschlüsselung des Umsatzes nebst Darlegung der Beteiligungsverhältnisse am eigenen und an anderen Unternehmen, ein Lebenslauf, die berufliche Qualifikation sowie die Anmeldung beim Finanzamt oder falls vorhanden, die Gewerbeanmeldung bzw. der Handelsregister-Auszug und der Gesellschaftsvertrag vorzulegen.

 

Welche Qualitätsnachweise muss ein förderungsfähiger Berater erbringen?

Der Nachweis, dass im Rahmen der Beratungstätigkeit ein geeignetes Instrument zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung angewandt wird, erfolgt entweder durch Vorlage eines entsprechend anerkannten DIN-Zertifikats oder eines von der Beraterin oder dem Berater dokumentierten Qualitätssicherungssystems (Handbuch), welches die Planung, Durchführung, Überprüfung und Umsetzung der Arbeits- und Organisationsabläufe aufzeigt. Ein Qualitätshandbuch kostet einen Bruchteil der Kosten für ein DIN-Zertifikat. Einmal erstellt, gilt das Qualitätshandbuch bis auf weiteres. Es müssen keine jährlichen Audits durchgeführt werden.

Welche Beratungsarten und Beratungsthemen können gefördert werden?

Jung- und Bestandsunternehmen können zu folgenden Beratungsschwerpunkten eine Unterstützung erhalten:

Allgemeine Beratungen zu allen
• wirtschaftlichen
• finanziellen
• personellen
• organisatorischen Fragen der Unternehmensführung

Spezielle Beratungen für Unternehmen
• die von Unternehmerinnen geführt werden
• die von Migrantinnen oder Migranten geführt werden
• die von Unternehmern/innen mit anerkannter Behinderung geführt werden
• zur besseren betrieblichen Integration von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern mit Migrationshintergrund
• zur Gestaltung der Arbeit für Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mit Behinderung
• zur Fachkräftegewinnung und –sicherung
• zur Gleichstellung und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
• zur alternsgerechten Gestaltung der Arbeit
• zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz.

Welche Beratungen nicht gefördert werden

Nicht gefördert werden Beratungen

• die ganz oder teilweise mit anderen öffentlichen Zuschüssen einschließlich Mitteln der Strukturfonds und des ESF finanziert werden (Kumulierungsverbot)
• die Vermittlungstätigkeiten beinhalten und/oder deren Zweck auf den Erwerb von bestimmten Waren oder Dienstleistungen gerichtet ist, die von den Beraterinnen oder Beratern selbst vertrieben werden (Neutralität)
• die überwiegend Rechts- und Versicherungsfragen sowie steuerberatende Tätigkeiten, wie z. B. die Ausarbeitung von Verträgen, die Aufstellung von Jahresabschlüssen oder Buchführungsarbeiten zum Inhalt haben
• die überwiegend gutachterliche Stellungnahmen zum Inhalt haben (z.B. Zertifizierungen oder Firmenwertermittlungen)

Beratungsarten und -themen
• die den Verkauf/Vertrieb von Gütern oder Dienstleistungen, insbesondere individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sowie sonstige umsatzsteigernde Maßnahmen einschließlich des entsprechenden Marketings von Ärztinnen oder Ärzten, Zahnärztinnen oder Zahnärzten, Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Inhalt haben
• die ethisch-moralisch nicht vertretbare oder gegen Recht und Ordnung verstoßende Inhalte zum Gegenstand haben.

Wie hoch ist die Förderung

Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

Die Zuwendung wird im Rahmen der Projektförderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses zum Beraterhonorar als Anteilfinanzierung gewährt. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt an das beratene Unternehmen.

Zuwendungsumfang und -höhe

Der Zuschuss bemisst sich nach den von der Beraterin oder dem Berater in Rechnung gestellten Beratungskosten. Die maximal förderfähigen Beratungskosten
(Bemessungsgrundlage) betragen bei Jungunternehmen 4 000 Euro, bei allen anderen Unternehmen 3 000 Euro. Zu den förderfähigen Beratungskosten gehören neben dem Honorar auch Auslagen und Reisekosten der Beraterin oder des Beraters, nicht jedoch die Umsatzsteuer.

Die Zuschusshöhe richtet sich nach der Bemessungsgrundlage sowie dem Standort der beratenen Betriebsstätte.

Der Zuschuss beträgt für Jung- und Bestandsunternehmen mit Betriebsstätte
– im Geltungsbereich der neuen Bundesländer (ohne Berlin und ohne Region Leipzig) 80 %
– im Geltungsbereich der Region Lüneburg 60 %
– im Geltungsbereich der alten Bundesländer (einschließlich Berlin, ohne Region Lüneburg) und der Region Leipzig 50 %
sowie für Unternehmen in Schwierigkeiten bundesweit 90 % der jeweiligen Bemessungsgrundlage.

Wie wird die Beratungsförderung abgewickelt?

Der Antrag auf Förderung wird vom beratenen Unternehmen gestellt. Dazu muss die Registrierungsnummer des Beraters vorliegen. Viele Berater übernehmen diese Antragstellung für ihre Kunden. 

Vor Antragstellung müssen Jungunternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner über die Zuwendungsvoraussetzungen führen.

Bestandsunternehmen ist es freigestellt, ein Informationsgespräch in Anspruch zu nehmen. Die Auswahl des regionalen Ansprechpartners ist den jeweiligen Unternehmen überlassen. Es muss sich um einen bei einer Leitstelle registrierten regionalen Ansprechpartner handeln, der auf der „Liste Regionalpartner der Leitstelle“ steht.

Zwischen Gespräch und Antragstellung dürfen nicht mehr als drei Monate liegen.
Anträge auf Gewährung eines Zuschusses zu den Kosten einer geplanten Beratung können nur online über die Antragsplattform des BAFA gestellt werden. Antragsteller und Zuwendungsempfänger ist das beratene Unternehmen.

Die eingeschaltete Leitstelle prüft vorab die formalen Fördervoraussetzungen und informiert das Unternehmen über das Ergebnis, die Bedingungen der Förderungen sowie die Vorlagefristen für den Verwendungsnachweis. Anschließend leitet sie die Unterlagen an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Entscheidung weiter. Erst nach Erhalt dieser unverbindlichen Inaussichtstellung der Förderung kann mit der Beratung begonnen werden, ansonsten kann kein Zuschuss gewährt werden. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen. Als Beginn der Beratung zählt auch der Abschluss eines Vertrages über die zu erbringende Maßnahme.